Mit dieser Überschrift könnte man das Titelbild unseres diesjährigen Osterpfarrbrief überschreiben.
Mit dem Kreuz und der Hinrichtung Jesu wollten seine Gegner ihn endgültig zum Schweigen bringen. Seine Botschaft, sein Heilswirken, seine Predigt und seine Anziehungskraft waren für viele eine Provokation und ein Ärgernis, ja sogar ein Skandal. Mit seinem Tod sollte wieder Ruhe einkehren und die Sache Jesu ein für alle Mal beendet werden.
Auf den ersten Blick scheint es ja auch so zu sein: Die Jünger Jesu, seine Apostel und Anhänger sind bis auf ganz wenige Ausnahmen am Karfreitag verschwunden. Von seinen besten Freunden verlassen, verraten und verleugnet, kehrt eine Totenstille, eine Resignation und Stagnation ein, die darauf schließen lässt, dass bald niemand mehr von diesem Jesus sprechen wird.
Doch dann kommt der Ostermorgen und der „Sonnenaufgang im Kreuz“. Nachdem zunächst das leere Grab Jesu für noch größere Verängstigung sorgt, begegnet der Auferstandene seinen Jüngern und den Menschen, die nach ihm suchen. Er zeigt sich und sagt „ich bin es“, er ist der Gekreuzigte und Auferstandene, er zeigt seine Wunden und auch seine verwandelte, verklärte Gestalt. So wird die Resignation und Stagnation des Karfreitages aufgebrochen und es entsteht eine Bewegung, die bis in unsere Tage, also zweitausend Jahre später noch andauert und auf der ganzen Welt verbreitet ist. Jesus lebt und seine Jünger dürfen im Kreuz, in seinem scheinbaren Ende, einen Sonnenaufgang schauen. Am Ende des Weges Jesu steht also nicht das Kreuz und das Grab, sondern das Licht, der Sonnenaufgang und das Leben. Auch wir dürfen besonders an Ostern diesen „Sonnenaufgang im Kreuz“ schauen und uns daran erfreuen sowie eine unergründliche Hoffnung schöpfen: Jesus lebt – mit ihm auch ich! Im Kreuz unserer Tage und unseres Lebens, in den unzähligen Kriegsopfern in aller Welt, im Sterben unserer Lieben und in unserem eigenen Tod, dürfen wir seit Ostern den Sonnenaufgang sehen. Der auferstandene Herr Jesus Christus gibt uns die einzige Antwort auf die Vergänglichkeit unserer Welt und unseres Lebens.
So heißt es in einem der ältesten Verse des Neuen Testamentes: „Denn wie in Adam alle sterben, so werden in Christus alle lebendig gemacht werden.“ (1Kor 15,22)
So wünsche ich Ihnen und Ihren Familien, auch im Namen des Pastoral- und Pfarrbüroteams, ein gesegnetes Osterfest, das uns gerade in dieser Zeit aufatmen lässt. Einen besonderen Gruß sende ich an die Kinder sowie die alten und kranken Menschen. Mit ihnen bin ich an den Kar- und Ostertagen im Gebet besonders verbunden.
Ihr
Pastor Johannes Kerwer

