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Geistliches Wort

Fronleichnamsaltar Fischbach

Sonnenaufgang im Kreuz

„Hoch sollst du das Brot erheben, welches lebt und gibt das Leben, das man heut den Christen zeigt: dieses Brot, das einst im Saale, Christus selbst beim Abendmahle, seinen Jüngern dargereicht.“

 

Liebe Leser,

rund 9 Wochen nach Gründonnerstag feiern wir das Hochfest Fronleichnam.

Das Wort „Fronleichnam“ stammt aus dem Mittelhochdeutschen und bedeutet „Leib des Herrn“ (von „vrône“ = „des Herrn“ und „lichnam“ = „Leib“)

Fronleichnam steht in enger Verbindung zum Gründonnerstag.

An Fronleichnam, liturgisch das "Hochfest des Leibes und Blutes Christi" genannt, feiert die katholische Kirche die Einsetzung der Eucharistie, also der Wandlung von Brot und Wein in Leib und Blut Jesu.

Am Gründonnerstag setzt Jesus Christus die Eucharistie ein, wenn er seinen Leib und sein Blut als Brot und Wein zur Speise gibt. Dieses Zeichen im Sakrament der Eucharistie ist ein sehr großes Zeichen der Nähe Gottes. Das müsste man eigentlich festlich feiern. Die Stille der Karwoche passt aber nicht zu feierlichen Gottesdiensten und Prozessionen. Darum wird das Ereignis an Fronleichnam nachgefeiert.

 

Doch was will uns dieses Fest heute sagen?

Hat es nicht seine besten Zeiten hinter sich oder ist gar aus der Mode gekommen?

 

Für mich gehört es schon seit der Kindheit (als Kommunionkind, später als Messdiener, dann auch im Musikverein) zu einem Fest, das mir sehr wichtig geworden ist, wegen der Feierlichkeit und der festlichen Prozession und besonders auch wegen dem „nach Außen gehen“.

Wir verlassen unsere Kirche und tragen das Brot des Lebens, Jesus selbst durch unsere Straßen, vorbei an den Häusern der Menschen, die dort ihr Leben verbringen und gestalten, in festlicher Freude durch den doch auch oft dunklen und vielleicht auch einsamen oder eintönigen, problembelasteten Alltag vieler Menschen, die sich (so hoffe ich) vielleicht berühren, ja anrühren lassen von dem was uns so wertvoll und wichtig ist: dem Geschenk der Eucharistie, der bleibenden Gegenwart unseres Herrn Jesus Christus im Brot des Lebens.

In jeder Heiligen Messe werden wir durch die Eucharistie gestärkt, erhalten Kraft für unser Leben und Tiefe in unserem Glauben.

In der Anbetung dürfen wir alles vor IHN bringen, alles was uns beschäftigt und bewegt, wir dürfen unser Herz vor IHM ausschütten.

Und am Hochfest Fronleichnam gehen wir mit IHM nach außen und bekennen uns gerade und besonders in der heutigen Zeit zu Jesus Christus der im Sakrament der Eucharistie wirklich unter uns ist.

Dieser Ausdruck unseres Glaubens ist vielleicht gerade heute dringender und nötiger denn je und bringt in jedem Fall für mich die Notwendigkeit dieses Fest unbedingt zum Ausdruck.

„Was bei jenem Mahl geschehen, sollen heute wir begehen.“

 

Herzliche Einladung zur Mitfeier des diesjährigen Fronleichnamsfestes!

Franziska Hackenspiel